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Lernen in der Volksschule Bürserberg

Im Rahmen einer schulübergreifenden Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Lernen, Begabung und Intelligenz aus Sicht der Lernforschung“ referierte Prof. Dr. phil. Nat. Willi Stadelmann über Begabung, Talente, Förderung und Lernen mit Bezug auf die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung. Einige Eindrücke möchte ich Ihnen mitgeben und den Bezug zum Lernen in der Volksschule Bürserberg herstellen.

„Die Erkenntnisse belegen, Menschen sind Unikate. Jedes Gehirn ist ein Unikat. Jeder Mensch ist ein Unikat. Je mehr der Mensch lernt, desto größer wird seine Einzigartigkeit (Stadelmann)“. Jeder Mensch besitzt von Anfang an einen „Koffer“ voller Fähigkeiten, Begabungen, Talente oder Anlagen. Besonders leicht lassen sich diese Begabungen in den ersten vier Lebensjahren aktivieren. Eltern, die vorsingen, vorlesen, die Kinder mitmachen, mithelfen lassen (kochen, Wäsche aufhängen, basteln,…) helfen den Kindern, ihre Begabungen zu entdecken. Durch Lernen und Üben werden die Begabungen weiter entwickelt. Durch aktives Lernen verändert sich nachweislich die Struktur der Nervenzellen im Gehirn. Lernen bedeutet daher ständige Veränderung und Entwicklung. Lao Tse formulierte schon von tausenden von Jahren „alles Flexible und Fließende neigt zu Wachstum, alles Erstarrte und Blockierte verkümmert und stirbt.“
„Lernen“ bedeutet erfahren, begreifen und tun.

„Sage es mir, und ich werde es vergessen.
  Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten.
  Lass es mich tun, und ich werde es können.“
(Konfuzius – 515-479 v. Chr.)

So „tun“ die Kinder, wenn sie in der Volksschule Bürserberg forschen und mit Lernmaterialien hantieren. Wir Lehrerinnen führen im Rahmen einer Darbietung in die neue Arbeit ein und erklären zuerst.

 

Anschließend wiederholen wir gemeinsam mit den Kindern das Neugelernte im Rahmen eines Frage- und Antwortspiels in 2 Stufen. Auf der ersten Stufe nennt die Lehrerin die neuen Begriffe und fragt die Kinder: „Kannst Du mir …. zeigen?“ Das Kind hört den neuen Begriff und zeigt auf das passende Material. Die neuen Begriffe prägen sich ein. In der zweiten Stufe hat sich das Kind die Begriffe eingeprägt und kann die neu gelernten Begriffe wiedergeben. Die Lehrerin zeigt auf das Material und fragt: „Kannst Du Dich noch erinnern, wie dieses Material heißt?“ Nun ist das Neuerlernte gefestigt.

 

Gemeinsam mit den Kindern wird besprochen, wie mit dem Material gearbeitet und wie das Gelernte festhalten werden soll. Die Kinder entscheiden, ob sie ein Heftchen, ein Plakat, ein Referat gestalten oder das Gelernte ins Heft schreiben. Sie entscheiden auch wo sie arbeiten, auf einem Teppich am Boden oder am Tisch, im Lernraum oder vor der Klasse. 

 

So „erarbeiten“ sich die Kinder auch Schreiben von Briefen und Geschichten.

Kinder, die noch nicht so gut schreiben können gestalten Bildergeschichten und erfahren Satzbau und Wortschatz durch Schneiden und Kleben.

  

Mit den Worten von Galileo Galilei (1564-1642) möchte ich schließen: „Man kann einen Menschen nicht lehren, man kann ihm nur helfen,
…..es in sich selbst zu tun,
…..es in sich selbst zu finden,
     es in sich selbst zu entdecken